Gestern erhielt ich ein Schreiben von der Targobank (7 Wochen nach Absendung des Kontoantrags), dass meine Kreditanfrage abgelehnt worden ist.

Guthabenkonto beantragt - Kredit abgelehnt - äh?
Äh? Kreditanfrage? Habe ich doch gar nicht gemacht!
Ich rief bei der Targobank an, um mich zu erkundigen, wie ich das Schreiben verstehen muss. Die ersten drei Mitarbeiter, die ich über die Telefonnummer welche auf dem Schreiben stand erreichte, fühlten sich absolut nicht zuständig. Ich wurde weiter verbunden und erhielt schließlich eine ganz andere Telefonnummer.
Erst als ich die Teamleiterin am Telefon hatte, war eine kompetente Ansprechpartnerin gefunden.
Eigenmächtiges Umschreiben des Kontoantrags durch die Targobank
Es stellte sich heraus, dass irgendein Targobank-Mitarbeiter meinen Kontoantrag, gewünscht war kein Dispo, auf Dispo umgeändert hat. Angeblich sollte dies bei einem Telefonanruf gewünscht worden sein. Äh? Welcher Interessent (noch nicht Kunde!) ruft bei der Bank an und bittet um einen Dispo zu einem Konto was noch gar nicht eröffnet wurde?
Angerufen hatte ich tatsächlich, weil die Targobank von mir unbedingt den unterschriebenen Brief „Kontowechsel“ an den Arbeitgeber haben wollte. Obwohl es laut ihren eigenen Bedingungen keine Voraussetzung für die Kontoeröffnung sein durfte (ich berichtete hier).
Ablehnung trotz gutem Einkommen und Schuldenfreiheit
Doch statt mir den Dispo zu geben, den ich nie beantragt hatte und auch gar nicht wollte, lehnte sie die Kontoeröffnung ab. Begründung: Sportscheck, ein Internetversandhändler, mit dem ich mich vor rund vier Jahren wegen einer Sendung gestritten hatte, hat eine Forderungsmeldung von 150 € in die Schufa eingetragen. Wegen dem blöden Streit habe ich zwar in der Zwischenzeit rund 350 € + Anwaltskosten bezahlen müssen. Meiner Meinung hat Sportscheck höchst unseriös gearbeitet, aber das wäre ein anderes Thema.
Weiterhin zu meiner Bonität: Ich bin Geschäftsführerin und beziehe ein entsprechendes Geschäftsführergehalt. Kostspielige Versicherung habe ich nicht, das hat ja die Targobank seltsamerweise im seitenlangen Kontoantrag abgefragt. Kreditverbindlichkeiten habe ich überhaupt keine. Das weiß die Bank ebenfalls durch Abfragefelder im Antrag sowie durch die Schufaauskunft. Dafür ein gefülltes Tagesgeldkonto und Wohneigentum. Doch in der Schufa steht ja nie etwas Positives.
Keine Einsicht bei der Targobank!
Trotz meines Anrufes, dass ich gar kein Dispo wollte und meiner Schilderung, dass ich kein extrem verschuldeter Mensch bin, blieb die Targobank-Teamleiterin bei der Ablehnung. Man habe bei der Targobank Richtlinien und da könne man nicht von abweichen.
Allerdings erklärte man sich bereit zu Prüfen, ob man die Textbausteine des Ablehnungsschreibens ändert. Ich hatte den Eindruck, dass die Mitarbeiterin sogar dankbar für meinen Hinweis war.
Vielleicht ist das das Positive, dass künftig alle Ablehnungen von Girokonten der Targobank nicht mehr mit dem Schreiben über die Ablehnung einer Kreditanfrage / Finanzierung versendet werden.
Zusammenfassung Targobank mit Wunschkontonummer
Die Targobank brauchte knapp zwei Monate um meinen Antrag auf das Girokonto mit Wunsch-Kontonummer abschließend zu bearbeiten. Dazu forderte sie von mir Dinge, die weit über die Antragsbedingungen des Kontos hinausgingen.
Schließlich änderte sie eigenmächtig meinen Antragswunsch und lehnte deswegen die Kontoeröffnung ab. Anscheinend aus Risikogründen.
Obwohl man von den vier Briefen, die die Bank an mich geschrieben hat, davon ausgehen kann, dass mehrere Mitarbeiter sich mit dem Kontoantrag beschäftigt haben, ist niemand aufgefallen, dass ein internetaffiner solventer Mensch lediglich ein Guthabenkonto (hey, ich bringe hier das Geld mit) lediglich ein Konto mit Wunsch-Kontonummer ausprobieren wollte.
Vorerst ist das Thema für mich abgehakt.
Für alle, die es selbst probieren wollen: www.targobank.de





